Freitag, 17. November 2017

REZENSION zu Wolkenschloss

Information zum Buch

Titel: Wolkenschloss


Autor: Kerstin Gier
Seitenzahl: 464
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-8414-4021-1
Preis: 20,00 €


Inhalt

Fanny Funke arbeitet als Jahrespraktikantin im Hotel Wolkenschloss und arbeitet gerade als Kindermädchen. Deshalb muss sie auf die kleinen Kinder aufpassen und hat an ihrem ersten Tag so einige Startschwierigkeiten, denn sie strahlt keine Autorität und die Strenge aus. Das macht sich der kleine Don zu Nutzen, um sie zu ärgern und kleine Spielchen spielen zu können. Bei Dons erstem Streich rennen ihr zwei kleine Kinder fast direkt vor einem Auto, das dem Hotelierssohn Ben, mit dem sie sich sehr gut versteht und der ihr auch bei ihrer Arbeit oder bei Problemen mehr oder weniger hilft. Im Granthotel ereignet sich demnächst der berühmte Silversterball, wo viele wichtige Menschen zu treffen sind, und das legendäre Nadjeschda-Collier geklaut werden kann oder ein Verlobungsring vom Flohmarkt. Kurz um im Wolkenschloss wird es nie langweilig. Vor allem wenn ein Kunde nicht gerne die Treppen benutzt, sondern viel lieber an der Fassade herumklettert.

Eigene Meinung

Ein neues Buch von Kerstin Gier. Seit der Edelsteintrilogie bin ich ein riesiger Fan von ihr und ich hab auch mit Begeisterung die Silber Trilogie gelesen. Bei dieser war ich bei den letzten zwei Bändern doch enttäuscht, dass die Spannung und die Wendepunkte meiner Meinung nach schlechter geworden sind als ich sie kannte. Deshalb hab ich meine Erwartungen bei diesem Buch heruntergeschraubt und durch diesen Einzelband die Hoffnung, dass es wieder besser wird. Insgesamt muss ich sagen, dass ich das Buch gut fand, aber ich muss gestehen, dass ich sehr sehr froh bin, dass ich es aus der Bibliothek ausgeliehen habe und mir nicht selbst gekauft habe. Das Cover ist richtig richtig schön und ich hätte es nur zu gerne in meinem Zimmer, aber die Handlung überzeugt mich nicht so richtig, dass es mir mein Geld wert wäre.

Warum gebe ich trotzdem 4 Blumen dafür?
Man merkt, dass ich älter bin als die Beschreibung ab welchem Alter man das Buch lesen sollte und vor allem der Anfang ist geschrieben für Jüngere. Diese Tatsache hat mir zu Beginn weniger gut gefallen, denn ich hab gemerkt, dass ich langsam ihre Bücher nicht mehr so gut lesen kann, weil es weniger meine Altersgruppe anspricht. Nach einer Weile hab ich mich aber wieder super gut in die Geschichte einlesen können und das Problem war verschwunden, als hätte es noch nie existiert.
Fanny erlebt viele Abenteuer in dem Wolkenschloss, das bald in seine Einzelteile zerlegt werden soll und die Grundidee der Gründer würde kaputt gehen dadurch. Zuerst wird beschrieben wie schwer sich Fanny mit dem Vollzeitjob tut, denn tagsüber ist sie das Kindermädchen und muss sich um Kinder kümmern, die einen eigenen Willen haben, und spätabends ist sie noch im Wellnessbereich tätig. Bei ihrem ersten Tag als Kindermädchen lernt sie auch gleich den Hotelierssohn Ben kennen zu dem sie sofort Vertrauen fasst und beide entwickeln Gefühle füreinander. Eine Beziehung wird den beiden, aber durch viele Faktoren erschwert wie durch die Zimmermädchen aus Lausanne, den Gast Tristan oder die Mädchen Ella und Gretchen, denn die Gäste haben je nach Geschlecht ein Auge auf Ben oder Fanny geworfen und erschweren die Situation zwischen den beiden. Die Problematik, dass zwei Menschen, die sich lieben, nicht die Liebe gestehen können, kommt sehr sehr oft vor und durch die Beschreibung hab ich mir mehr erhofft. Der mittlere Teil des Buches hat mich aber sehr überzeugt durch den Diebstahl eines Verlobungsringes, der nichts wert ist von einer Kleptomanin, und am Ende sich herausstellt, dass er sogar mehrere Millionen wert ist und die Zusammenarbeit zwischen Tristan und Fanny. Etwas das ebenfalls positiv an diesem Buch ist, dass es ein Glossar für das Wörterverständnis und ein Personenverzeichnis beinhaltet, wo alle Personen aufgelistet werden, damit man weniger den Überblick verliert. Der Witz und die Charaktere haben mir auch ganz gut gefallen, aber im Gesamtbild fehlt dem Buch die Würze, die bei der Edelsteintrilogie vorhanden war. Beispielsweise mit Manfred findet beinahe einen Ring, dann doch nicht. (S. 445) oder Wirklich Verfressener Hugo, Pummeliger Hugo, Misstrauischer hugo, Kleptomanischer Hugo, Melancholischer Hugo, Einbeiniger Hugo und Hopsender Hugo (S. 450). Die letzten 50 Seiten wiederum haben mir die Freude wieder genommen, denn wie in einem schlechten Krimi passieren auf einmal sehr viele merkwürdige Zufälle und Dilemma hintereinander und plötzlich ist doch wieder alles gut. Das Buch sollte man als Kerstin Gier Fan schon lesen, aber man muss es jetzt nicht unbedingt kaufen. Auch wenn es sich echt gut im Zimmer machen würde.
Seine seltsame Angewohnheit, Menschen grundsätzlich mit Vor- und Nachnamen anzusprechen, manchmal noch ergänzt durch Ortsangaben, Eigenschaftswörter oder das Alter hatte etwas seltsam Bedrohliches an sich (S. 13)
"Ach, ihr Menschen! Immer interessiert ihr euch für Zahlen." (S. 68/69)
"Träumen darf man, das hält jung". (S. 72)
"Bleiben Sie dezent, höflich und immer im Hintergrund. Oder haben Sie ein Sofa schon einmal aufdringlich lächeln gesehen?" (S. 121)


Bewertung

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