Freitag, 16. Februar 2018

REZENSION zu Der Circle

Information zum Buch

Titel: Der Circle
Originaltitel: The Circle


Autor: Dave Eggers
Seitenzahl: 560
Verlag: KiWi
ISBN: 978-3-462-04854-4
Preis: 10,99 €



Inhalt

Mae gehört zu den Glücklichen, die beim Circle arbeiten können. Der Circle ist eine Vereinigung aller sozialen Konten, damit man sich nicht mehr alle Daten einzeln merken muss, und ist zugleich auch ein großes Sozial Network. Durch ihre Freundin Annie hat Mae einen Job bei diesem Konzern erhalten und arbeitet vorerst beim Customer Experience, wo sie Fragen von Kunden beantwortet und ihnen hilft. Bald merkt Mae, dass es bei ihrer Arbeit nicht nur getan ist schlicht und einfach zu arbeiten, sondern sie soll dabei auch noch social aktiv sein und an Partys vom Circle teilnehmen. Bei dem Circle genießt sie viele Privilegien, wie neue Beta Produkte zu testen, gut versichert zu sein und sogar ihre Familie mitversichern zu können, ... Allerdings verliert sie nach ihrer Transparenz bald den Anschluss zu ihrer Familie und Freunden, die ihr Leben weiterhin anonym leben möchte und nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit.


Eigene Meinung

Nachdem ich Gesellschaftskritik ziemlich spannend finde und sogar schon in diesem Film war, wollte ich doch wissen, ob die Vorlage für den Film ebenso beeindruckend ist.
Das Buch ist viel umfangreicher und komplexer als der Film wie immer und auch einige Dinge sind anders angeordnert.
Mae ist ein sehr sympathischer und netter Protagonist, der sich sehr freut über seine neue Arbeitsstelle. Zuerst ist sie noch ein bisschen unbeholfen und schüchtern, aber mit der Zeit blüht sie beim Circle richtig auf. Wie jeder Neuling fängt sie beim Circle mit CE, dem Customer Experience, an und soll ihre Kunden mit ihren Antworten zufrieden stellen und bestenfalls eine Bewertung von 100 erreichen. Für jemanden, der erst neu dabei ist, kann sie mit ihrer Leistung die anderen gut beeindrucken und bekommt anstatt nur einem Bildschirm sieben Bildschirme. Das Leben im Circle besteht auch durch eine vielfältige Interaktion mit den anderen Circlern neben der Arbeit, weshalb mehrere Bildschirme notwendig sind. Im Circle werden immer wieder neue Innovationen vorgestellt wie beispielsweise SeeChange, wodurch man von zuhause aus die Wellenbedingung an einigen Stränden beobachten kann ohne das Haus zu verlassen. Bald ist die neue Forderung vom Circle, dass Transparenz nötig sei und Geheimnisse Lügen sind. Nachdem Mae unerlaubterweise ein Kajak gestohlen hat, möchte sie zur Wiedergutmachung ein Beispiel für diese Transparenz sein, weshalb jeder ihren kompletten Tag miterleben kann durch eine kleine Kamera. Ihre Eltern, die sich zunächst sehr über ihren neuen Job gefreut hatten, denn davon wurde sie besser bezahlt und ihrem kranken Vater wurde es ermöglicht kostenlos eine gute Krankenversicherung zu haben, aber nachdem ihre Tochter und ihre Kamera sie beim Sex beobachten, kappen sie jegliche Kommunikationsmöglichkeit mit Mae ab. Mae ist zwar zunächst betrübt davon und als ihr Exfreund und ihre beste Freundin Annie das ebenfalls tun noch mehr, aber durch die Unterstützung ihrer Follower ist das immer weniger tragisch. 
Das Buch zeigt uns wie schlimm unsere Welt enden kann, wenn es aus ist mit unserer Anonymität und wenn alles öffentlich zugänglich für jeden wäre. Diesen Aspekt mag ich sehr gerne an diesem Buch. Mir gefällt leider nur nicht, wie unsere Protagonistin, die für mich im Verlaufe des Buches immer unsympathischer wird, mit dieser Nachricht umgeht und der Tatsache, dass im Circle bald keinerlei Privatsphäre mehr vorhanden ist.

Bewertung

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